Neujahrswünsche an den Kaiser

In Goslar steht ein Kaiserhaus,

Da schaut der greise Kaiser raus.

Er starrt nach Osten unverwandt,

Wo einstmals seine Kirche stand.

Er reibt die Augen, ihm wird bange:

Denn was er sieht: nur eine Stange!

Und dann noch: irgendwie ein Kreis,

Von dessen Sinn hier niemand weiß.

 

„Was habt ihr nur daraus gemacht?!

Ich ließ mein Herz hier einst bestatten,

Wo Papst und Kaiser Frieden hatten…

Habt ihr das alles wohl bedacht?“

 

Ein Kirchenbau in Goslar stand,

Erneut will man den jetzt versenken.

O Kaiser, nimm sie bei der Hand,

Dass sie der Stadt was Bess´res schenken!

HL

 

Abbildung: Harzer Panorama / Kaspert

 

Eine Antwort auf „Neujahrswünsche an den Kaiser“

  1. Wunderbar gereimt! “ Denn was er sieht: nur eine Stange!“

    Man könnte herzlich darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre, worum es in der Sache geht!
    Helmut Liersch hat wieder einmal genau den wunden Punkt getroffen.
    Hoffentlich lesen es die, die es angeht….

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