Buch über Goslarer Dom preisverdächtig!

PRESSEINFORMATION
Hannover, 15. Juni 2026
Buchpreis „Pflichtlektüre Niedersachsen“: Longlist 2026 veröffentlicht

24 Titel für den Buchpreis der Leibnizbibliothek nominiert, darunter:

• Helmut Liersch, Günter Piegsa: Der Goslarer Dom. Zweihundert Jahre Abwesenheit, Goslar: Geschichtsverein Goslar e. V., 2025.
Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) als niedersächsische Landesbibliothek vergibt in diesem Jahr erneut den Buchpreis „Pflichtlektüre Niedersachsen“. Ausgezeichnet wird ein Buch, das sich in herausragender Weise mit Niedersachsen beschäftigt. Nun steht die Longlist des  Wettbewerbs fest:
24 Titel wurden aus insgesamt rund 110 Publikationen ausgewählt.
„Mit diesem besonderen Preis zeigen wir der Öffentlichkeit, wie vielfältig, produktiv und qualitativ hochwertig die niedersächsische Publizistik ist“, betont Dr. Anne-Katrin Henkel, stellvertretende Direktorin der Leibnizbibliothek.
Die Schirmherrschaft hat der Niedersächsische Ministerpräsident übernommen. Die VGH Stiftung fördert den Buchpreis mit einem Preisgeld in Höhe von 4.444 Euro. Die Preissumme ist eine Reminiszenz an die
vier Landesteile, aus denen sich das Bundesland gründete. Die Preisverleihung wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt.
Für die Auswahl der Werke gelten folgende Kriterien:
• Niedersachsen im Zentrum: Die Publikation muss sich unabhängig vom Genre mit einem niedersächsischen Thema, einer Region, einem Ort, einer Person oder Institution beschäftigen.
• Allgemeinverständlichkeit: Die Publikation zeichnet sich durch eine klare und nachvollziehbare Darstellung der Inhalte aus. Sie spricht eine breite Leserschaft an, ohne dabei an fachlicher Tiefe zu verlieren.
• Originalität: Die Publikation bietet einen neuen, innovativen Zugang zu einem Thema in Bezug auf vergleichbare Werke. Bedeutsam für eine Bewertung können auch die Aktualität eines Themas oder aber eine besonders gelungene Buchgestaltung einhergehend mit der inhaltlichen Bearbeitung sein.

Die Auswahl findet über ein mehrstufiges Verfahren statt. Eine kuratierte Werkliste der GWLB im Umfang von circa 110 Titeln wird in einem ersten Schritt durch eine interne Auswahlkommission begutachtet. Sie
erstellt eine Longlist, die anschließend durch ein Expertenteam auf eine Shortlist reduziert wird. Im letzten Schritt wählt eine Jury den Siegertitel aus. Die feierliche Preisverleihung findet am 1. Dezember 2026 in den Räumlichkeiten der GWLB statt.

Die Longlist 2026
Die diesjährige Longlist umfasst 24 Buchtitel. Nominiert sind: „Buch über Goslarer Dom preisverdächtig!“ weiterlesen

„Hier möchte ich nach meinem Leben auch wohl ruhen!“

1819 bis 1826: Goslars Suche nach Platz für Grabstätten

Ein Beitrag zu „200 Jahre Friedhof Hildesheimer Straße“

Von Helmut Liersch

Die Bestattungskultur gerät unter Druck

Die geistigen und sozialen Umbrüche des späten 18. Jahrhunderts brachten auch einen Wandel der Bestattungskultur mit sich. Charakteristisch dafür war die Verlegung von Friedhöfen heraus aus den Zentren hin zu neu angelegten Flächen vor den Toren der Städte. Dieser Vorgang war möglicherweise getrieben von Impulsen der Französischen Revolution. Bereits 1804 hatte Napoleon ein Bestattungsdekret erlassen, das Bestattungen in Kirchen und auf innerstädtischen Kirchhöfen untersagte, was etwa in Köln unter napoleonischer Besetzung 1810 durchgesetzt wurde. Erhebliche Veränderungen der Erinnerungskultur und bezüglich des Umgangs mit den Verstorbenen und ihren Gräbern sind auch in Goslar zu beobachten, allerdings relativ spät. So mahnt die hannoversche Provinzialregierung den Goslarer Magistrat mit Schreiben vom 30. November 1821, „nicht länger hinter so vielen andern Städten und selbst kleineren Orten, wo die Verlegung der Kirchhöfe vor die Thore längst ausgeführt ist, zurückbleiben zu wollen“.. Die Gründe für die radikalen Veränderungen gehen aus den Goslarer Quellen hier und dort klar hervor. Die Provinzialregierung formuliert, es gehe um einen „heilsamen Zweck“, ohne diesen näher zu benennen. Deutlich wird immer wieder, dass vor allem die Überbelegung der traditionellen Bestattungsorte mit ihren unerwünschten Folgen zum Handeln zwang. Auch für Goslar dürfte Ähnliches gegolten haben, wie es andernorts klar beschrieben wird. Als Beispiel soll hier ein Zitat aus der ostwestfälischen Kleinstadt Versmold stehen, aufgeschrieben im Jahr 1810: „“Welche das Herz empörende Anblicke werden wir fast wöchentlich auf unserm Gottesacker gewahr. Särge, die noch unversehrt sind, [werden] ausgegraben und zerstoßen, und die darin noch nicht halb vermoderten Gebeine unserer Vorfahren heraus geworfen, um nur Platz zu kriegen. Bey den Haaren werden sie oft noch heraus gerißen, so daß man vor Gestank vergehen möchte.“  Es ist von Schwindel- und Ohnmachtsanfällen die Rede.

…..

Der ganze Beitrag ist nachzulesen unter: https://geschichtsvereingoslar.de/Stadtgeschichten/

Darf man Goslarer „Dom“ sagen?

Von Helmut Liersch

Die Unsicherheit ist groß. Hatte Goslar einen Dom – oder doch nicht? Dürfen die Stadtführerinnen und Stadtführer Gäste auf den Parkplatz hinter der Vorhalle führen und behaupten: „Hier stand der Goslarer Dom!“? Meist schwingen bei dem Wörtlein „Dom“ Anführungsstriche mit. Es klingt so, als ahne man, dass man eigentlich etwas Unkorrektes behauptet. Denn schließlich – so der geläufige Einwand – war Goslar ja keine Bischofsstadt. Und ein „Dom“, das ist doch bekanntlich eine Bischofskirche – oder?!

Unsicher wird man auch, wenn man die unterschiedlichen Buchtitel analysiert, die in den letzten Jahren über das Gebäude aus dem 11. Jahrhundert erschienen sind. Friedrich Balck bezeichnet den Bau als „Stiftskirche St. Simon und Judas (Goslarer Dom)“.[i] „Weltliches Kollegiatstift St. Simon und Judas“ heißt er bei Tillmann Lohse[ii], das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege titelt: „Das Reichsstift St. Simon und Judas in Goslar“.[iii] Ludwig Christian Bamberg nennt das Gotteshaus im Titel: „Goslarer Dom. Die Stiftskirche Kaiser Heinrichs III.“[iv] und der kürzlich erschienene Band von Günter Piegsa und mir bezeichnet es schlicht als „Der Goslarer Dom“.[v]

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Zehn Jahre Förderverein: Vortrag am 5. November

Am  5. November 2015 wurde der Förderverein der Marktkirchen-Bibliothek gegründet. Dieses Jubliläum wird mit einer Vortragsveranstaltung gefeiert:

Mittwoch, 5. November 2025, 19 Uhr

Kulturmarktplatz Goslar, Raum Arcachon

Helmut Liersch, seit 25 Jahren zuständig für die 500 Jahre alte Bibliothek, hält den reich bebilderten Festvortrag zum Thema

„GLANZSTÜCKE DER MARKTKIRCHEN-BIBLIOTHEK GOSLAR“.

Alle sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Im Anschluss an den Vortrag ist Zeit für ein Gläschen Wein und gute Gespräche.

 

 

Neuerscheinung über den Goslarer DOM!

Am Donnerstag, 18. September 2025 um 16 Uhr wurde die Neuerscheinung im Wintersaal der Goslarer Kaiserpfalz vorgestellt. Das Grußwort hielt Frau Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner.

Die Autoren – der Vorsitzende des Goslarer Geschichtsvereins Günter Piegsa und der frühere Goslarer Propst Helmut Liersch – berichteten anhand zahlreicher Abbildungen über die Inhalte des Bandes.

Nach der Niederlegung des Goslarer Doms vor 200 Jahren verfestigte sich zunehmend die Auffassung, nur wenig sei übriggeblieben. Einige Steinfragmente und Ausstattungsgegenstände werden in der Domvorhalle, in der Pfalz und im Goslarer Museum präsentiert, andere wurden verkauft, eingelagert, häufig vergessen.

Der vorliegende Band geht erstmals der Frage nach, wie es überhaupt zum Abriss kam. Helmut Liersch beschreibt das jahrelange Ringen um das Bauwerk und benennt die Akteure, die nicht zuletzt in London zu suchen sind.

Von hohem dokumentarischem Wert sind die Bauaufnahmen, die vor dem Abriss angefertigt wurden. Mit ihrer Hilfe ermittelt Günter Piegsa die Größe des Doms. In einem weiteren Beitrag stellt er die städtebauliche Entwicklung des Domumfeldes in den letzten 200 Jahren vor. Dabei wird deutlich: Das Fehlen des Doms verursacht bis heute „Phantomschmerzen“.

Im Kapitel „Was übrig ist vom Goslarer Dom“ führt Günter Piegsa auf, was vom Dom und dessen Ausstattung nach wie vor an unterschiedlichsten Orten vorhanden ist.

Im Anhang werden erstmals zwei Originaltexte aus der Zeit unmittelbar vor dem Abbruch kommentiert vorgelegt. Das macht es möglich, 200 Jahre Abwesenheit zumindest beim Lesen zu überbrücken.

Abschied vom letzten Goslarer Propst?!

Am Samstag, 14. Juni 2025 wurde Thomas Gunkel, mein Nachfolger im Goslarschen Propstamt, durch Landesbischof Dr. Christoph Meyns entpflichtet.

Abnahme des Kreuzes durch Propst Thomas Gunkel , flankiert von seinen Vorgängern Dr. Otmar Hesse (rechts im Bild) und Helmut Liersch. Foto: Martin Schenk

Das wurde symbolisiert durch die Abgabe des Kreuzes. Auf dessen Rückseite sind die Namenskürzel der sechs Pröpste eingraviert, die es bisher in der Propstei Goslar gab:

W.R. (Wilhelm Rauls 1943 – 1962)

A. v. S. (Karl-Adolf von Schwartz 1963 – 1972)

H. J. K. (Hans Jürgen Kalberlah 1972 – 1987)

Dr. O. H. (Dr. Otmar Hesse 1988 – 2000)

H.L. (Helmut Liersch 2000 – 2011)

Th. G. (Thomas Gunkel 2011 – 2025)

Thomas Gunkel bei seiner letzten Predigt im Propstamt. Foto: Martin Schenk

Folgt man den Ausführungen des Landesbischofs, wird es das Propstamt in diesem Zuschnitt zukünftig nicht mehr geben. Propsteien werden zusammengelegt, die Amtszeit wird für die Übergangszeit begrenzt. Damit dürfte auch der Amtssitz fraglich sein… Noch scheint sich niemand gefunden zu haben, der/die sich in dieser Situation auf die Stelle bewirbt…

Groß Elbe baut eine Kirche!

Vortrag in der Martinskirche

14. Juni 2025

Ganz ehrlich, das war schon eine Überraschung. Da geht das Telefon, meine Frau ist dran: Ilka Heidler meldet sich! Sie ist Vorsitzende des Kirchenvorstands geworden! Toll! Und: Sie hat was vor! Prima! Und: Sie erinnert sich an ihren alten Pfarrer: Wie schön!

Restaurierungsarbeiten 1994

Sofort sind sie wieder da, die Erinnerungen! 1994 haben wir Groß Elbe Richtung Braunschweig verlassen, über 30 Jahre ist das her… 2002 habe ich nochmal hier gestanden: Da ging es um die Vollendung der Restaurierung: Endlich war auch die Kanzel fertig geworden… Ja, und 2005, da haben wir gemeinsam den Kirchenführer herausgebracht… Schöne Erinnerungen alles, unauslöschlich… Groß Elbe war „die erste Liebe“ – und die hat man als Pfarrer und Pfarrfamilie nur einmal… und die bleibt.

Danke also, dass wir heute hier sein dürfen… Und dass ich etwas sagen darf über diese wunderschöne Kirche. Das passiert ja schnell: dass man sich dran gewöhnt, an so ein Gebäude… dass man es irgendwie wichtig findet, dass sie da steht mitten im Dorf, die Kirche… Aber was da alles dranhängt?… an Geschichte und Geschichten…, an Besonderheiten… „Groß Elbe baut eine Kirche!“ weiterlesen

Ein Fund aus Luthers Grab!

Jahrzehnte lag es unentdeckt in Immenrode: ein Stück Zink aus Luthers Grab. Mit kriminalistischem Spürsinn wird ein Geheimnis gelüftet. Es kommen spannende Einzelheiten über eine verbotene Grabung zutage, die 1892 in der Wittenberger Schlosskirche stattfand. In der Lutherstadt füllte dieser Vortrag den Saal des Lutherhauses!

Aus der Reihe KAMINABENDE: ein Vortrag von Helmut Liersch.

11. März 2025, 18 Uhr , im Kulturmarktplatz Goslar. Eintritt frei!