Hohes Lob für Buch über die Marktkirchen-Bibliothek

Als ein Werk auf „wissenschaftlich hohem Niveau“ wertet das digitale Rezensionsorgan IFB das Buch über die Marktkirchen-Bibliothek Goslar. Es erschien 2017 im Verlag Schnell und Steiner. „Anschaulich und wissenschaftlich fundiert“ würden Erkenntnisse der frühen Reformationsgeschichte an eine breite Öffentlichkeit vermittelt. Herausgeber und Verlag hätten ein „großartiges und ästhetisch ansprechendes Buch“ geschaffen, „ein Muß für jeden, der an der Buchgeschichte der frühen Reformationszeit interessiert ist“. Zur Rezension!

Klick ins Buch: https://www.schnell-und-steiner.de/artikel_9002.ahtml

Goslarer „Dom“ soll auferstehen…

Samstag, 1. Juni 2019

Kirchliche Sorgen um den Domplatz

Auferstandener Dom beim Welterbetag 2007: Die Idee stammte von Thomas Moritz. Das Bild zeigt das gerade beendete „Memorial“ für den Goslarer Dom, aufgeführt von Jugendlichen der Stephani-Gemeinde unter Leitung von Imogen Liersch.                                                                                      Archivfoto: Moritz

 

Bitte nicht mit Bäumen und Büschen, sondern mit Steinen die Umrisse der früheren Bauten andeuten. Und eher eine Fläche für Fußgänger als eine Gartenanlage schaffen. Helmut Liersch und Günter Piegsa sprechen aus, was sie umtreibt. Mit großer Sorge haben sich der frühere Propst und der Vertreter der katholischen Kirche in der Pfalzquartier-Lenkungsgruppe jetzt zu den Planungen für den Domplatz zu Wort gemeldet.

Für den Goslarer Geschichtsverein, dem Piegsa vorsteht, und die Arbeitsgruppe „Resurrectio II“, in der Liersch aktiv ist, hat das Duo bereits Anfang April einen insgesamt 23 Punkte umfassenden Ziel- und Kriterienkatalog in den weiteren Planungsprozess für den Freiraumwettbewerb eingebracht. Allerdings, wie beide versichern, sei damals nicht wirklich viel Zeit gewesen, weil es nach Monaten relativer Ruhe plötzlich habe schnell gehen müssen. Erst in der Sitzung vom 20. März hätten sie eine Aufforderung erhalten und geliefert.

Wünsche im Katalog formuliert

Worum geht es Piegsa und Liersch? Letztlich sind ihre wesentlichen Wünsche bereits im Katalog formuliert. Ihnen ist besonders wichtig, dass alle hochbau-, tiefbau- und freiraumplanerischen Aktivitäten für Pfalzbezirk und Domplatz der historischen Bedeutung des Geländes in bestmöglicher Weise gerecht werden. „Das mittelalterliche Bild ist jeder Umgestaltung als Ausgangspunkt zugrunde zu legen“, schreiben sie. Bedauerlich sei, dass die Architekten-Wettbewerbe für die Areale nicht in einem Guss erfolgten. Hintergrund: Für das Pfalzgelände ist die Immobilienfirma Tescom, für den Domplatz die Stadt Goslar als Auslober tätig. Betreut werden beide vom Braunschweiger Büro „Ackers Partner Städtebau“. Die Trennung sei „schwierig“, sagt Piegsa. Warum gebe es nicht ein Projekt, für das beide Partner ihr Geld in einen Topf einfließen ließen?

Für den Domplatz fordern Piegsa und Liersch, dass einer Neugestaltung eine archäologische Ausgrabung vorauszugehen habe. Die Form des Kreuzgangs, des Grundrisses der Kirche, möglichst auch der Thomaskirche, der Kuriengebäude sowie der früheren Grenzmauern sollte aufgenommen werden. „Stein soll dort eingesetzt werden, wo Stein war; Hecken oder künstlich modellierte Rasenflächen sollten zur Visualisierung von Mauerzügen vermieden werden“, heißt es im Papier. Als Vorbild nennt das Duo verschiedene Ruinen in der Stadt: am Georgenberg, das Bergdorf und am Heiligen Grabe. Um ein Bild vor Augen zu haben, erinnern Piegsa und Liersch an den Welterbetag 2007, als Zeltbahnen die Grundrisse aufzeigten – ein Projekt für einen Tag, aber ein Ansatz für mehr.

Verdächtiges Grün-Geld

Nicht gerade Balsam für der Kirchenmänner Nerven ist die Tatsache, dass das Fördergeld für die Domplatz-Umgestaltung aus einem Programm für Stadtgrün fließt und zum aktuellen Wettbewerb Landschaftsarchitekten aufgerufen sind. „Woher das Geld kommt, darf nicht das Kriterium sein“, mahnen beide und wollen die Teilnehmer zudem vorab intensiv darüber unterrichtet wissen, auf welch geschichtsträchtigem Gelände sie sich tummeln.

Im Zielkatalog heißt es dazu unter anderem: „Die Bedeutung des Pfalzbezirkes geht weit über Goslar hinaus. Auch wenn Goslar nie … eine dauerhafte Residenz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wurde: Hier entstand ein Machtzentrum, hier wurde europäische Geschichte geschrieben.“ Als Idee für einen großen Wurf schwebt ihnen sogar vor, die Wallstraße als Teil des Domgeländes einzubeziehen. Der Fließverkehr in Richtung Innenstadt würde in Höhe Jäger-Denkmal enden. Vom Hohen Weg heraus würde der Verkehr beruhigt.

In einer beigefügten Stellungnahme der Katholischen Kirche Nordharz heißt es unter anderem aus der Feder von Pfarrer Dirk Jenssen: „Voraussetzung für einen würdevollen Umgang mit der historischen Bedeutung des Geländes ist die vollständige Beseitigung des Bus- und Pkw-Verkehrs – sowohl in fließender wie ruhender Form.“ Die „Vergötterung“ des Pkw sei ohnehin vorbei und habe an diesem Ort keinerlei Berechtigung. Jenssen warnt davor, über einen Wettbewerb schnelle Lösungen zu suchen. Er rät vielmehr zu einem „sensiblen, ehrfürchtigen Vorgehen“, das es ermögliche, „Verschüttetes im doppelten Sinne wiederzufinden und sichtbar werden zu lassen.“

Neue website für die Marktkirchen-Bibliothek!

Neuerdings sind Informationen über die Marktkirchen-Bibliothek Goslar auch über die Adresse www.marktkirchenbibliothek-goslar.de zu erhalten.

Die Seite verbirgt sich auch hinter dem QR-Code, der auf einer Plakatwand in der Innenstadt angebracht ist:

Es handelt sich um eine Aktion des Fördervereins Marktkirchenbibliothek und der Propstei Goslar. Das Banner zeigt im Hintergrund den ursprünglichen Bibliotheksraum von 1535, der auf dem obigen Foto in der Bildmitte auch im Original (von außen) zu sehen ist. Auf vier Bildfeldern sind außerdem einige Kostbarkeiten der Bibliothek abgebildet. Ein weiteres Bild zeigt das geplante Schaudepot im enstehenden Kulturmarktplatz.

Große Resonanz auf Luther-Vortrag

Wegen des Andranges fand der Vortrag im Refektorium des Lutherhauses statt. Über 130 Personen, darunter der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff,  drängten sich dort, um „Neues aus Luthers Grab“ zu erfahren.

Das Presse-Echo war groß (bis hin zur SUPER-Illu).

Unter den Fotos finden Sie einige links zu Berichten.

Mitteldeutscher Rundfunk

Evangelische Kirche in Deutschland EKD

Goslarsche Zeitung 2018

Mitteldeutsche Zeitung

Evangelische Zeitung

Reformatorisch Dagblad

Wittenberger Sonntag

Bilder von imago-images

evangelisch.de

Domradio

Video Wochenspiegel Wittenberg

Evangelische Perspektiven

 

Vortrag in Wittenberg am 12. Februar

Neues aus Luthers Grab
Dienstag, 12. Februar 2019, 18:30 Uhr
Kapelle im Augusteum | Wittenberg
Vortrag anlässlich von Luthers Todestag 1546

Der Kaiser hatte es ausdrücklich verboten, dennoch war es passiert! Als am 31. Oktober 1892 die Schloßkirche feierlich eingeweiht wurde, kannten nur zwei Personen das Geheimnis: Der Königliche Regierungsbaumeister Groth hatte der Versuchung nicht widerstehen können. Mit seinem Maurerpolier Römhild hatte er nach Luthers Grab gesucht. Das war am 14. Februar 1892. Erst nach und nach kam die Wahrheit über dieses Delikt heraus. Besonders lange wurde verschwiegen, dass man auch Gegenstände entnommen hatte. 1913 tauchte der Griff von Luthers Sarg auf. Aber – wie sich kürzlich herausstellte – es gab noch mehr.

Der Goslarer Theologe und Ex-Propst Helmut Liersch berichtet anhand von neu aufgefundenen Dokumenten und zahlreichen Abbildungen über einen archäologischen „Krimi“. Gemeinsam mit Pfarrer i.R. Martin Quandt, dem Urenkel des damals beteiligten Seminardirektors Emil Quandt wird er die Funde aus Luthers Grab der Stiftung übergeben.

Herrnhuter Losung für den 1. September

Einen Fremden sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Fremden zumute ist, seid ihr doch selbst Fremde gewesen im Land Ägypten. 2. Mose 23,9

Wichtiger Bestandteil unserer abendländischen / europäischen / deutschen „Leitkultur“ – oder entbehrliche alttestamentliche Sozialromantik?

Trinität: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…

Jedem Christen – und auch wohl den meisten nicht getauften Menschen – ist die Formel „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ geläufig. Praktisch jeder Gottesdienst beginnt mit diesen Worten („Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“); das apostolische Glaubensbekenntnis fasst den christlichen Glauben in trinitarischer Form zusammen („Ich glaube an… an … an…), ebenso tut es das nicänische Glaubensbekenntnis, das die evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirchen in gleicher Weise verwenden; eine Taufe ohne Bezug auf die Trinität ist nicht gültig; viele Gottesdienste enden mit dem trinitarischen Segen („Es segne Dich … Vater … Sohn … Heiliger Geist“).

Was ist an dieser Trinität eigentlich so wichtig? Oder ist sie vielleicht sogar entbehrlich? Obwohl die Formel so vertraut ist, wirkt sie unverständlich und abstrakt. Im Gespräch mit Juden und mit Moslems bringt sie uns gar in große Verlegenheit: Sind wir Christen wirklich zu den Monotheisten zu zählen? Oder haben wir „drei Götter“?! Im interreligiösen Gespräch gelingt es kaum, die Sinnhaftigkeit und Zusammengehörigkeit von „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ zu erklären. Bei multireligiösen Feiern wird die Formel oft vermieden, weil sie als anstößig gilt. Muslime verstehen „Sohn Gottes“ als eine Bezeichnung für die leibliche Herkunft Jesu und assoziieren dabei altarabische Vorstellungen von Götterfamilien (Sure 53,19ff); dagegen hat sich der Prophet Mohammed gewendet (Sure 19,88-95). Auch die Vorstellung von Maria als „Mutter Gottes“ ist für den Koran ein Verrat an dem einen Gott. Der Koran verteidigt Jesus gegen den Vorwurf, er selber habe solchen „Irrglauben“ hervorgerufen (Sure 5,116)! „Trinität: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ weiterlesen

Schon und noch nicht

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

Predigt zum Sonntag Exaudi,

Johannes 14, 15-19

„Schon“ und „noch nicht“, liebe Gemeinde, darum geht es heute. „Schon“ und „noch nicht“. Pfingsten ist schon gewesen, damals. Aber – es ist noch nicht Pfingsten – wir warten auf Pfingsten. Wir warten auf etwas, das wir „eigentlich“ schon haben. „Geist Gottes“; er ist mitten unter uns, in uns, so wird uns gesagt. Wir warten und hoffen… Schon – und noch nicht …

Das ist das Thema des heutigen Sonntags. „Exaudi“ heißt er, „höre“ – und das ist ein Gebetsruf: „Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe“ – aus Psalm 27, der diesem Sonntag den Namen gegeben hat. Obwohl wir gewiss sind, dass Gottes Geist uns nahe ist, bitten wir immer neu um ihn.

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten… das sind zum einen historische Daten: damals im Jahre 30 oder 33 in Jerusalem. Jesus war auferstanden, hatte sich in vielfacher Weise den Seinen gezeigt – 40 Tage lang – … und dann wurde er vor ihren Augen weggenommen. „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen“, hatte Jesus gesagt (Apg. 1,8). Und sie warteten … Ein historisches Datum: das Warten auf Pfingsten in Jerusalem damals …

Es ist aber auch ein symbolisches Datum: es sagt etwas über unsere Situation.

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Stein des Zweifels

Ich erinnere euch an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr´s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tag nach der Schrift.

  1. Korintherbrief 15, 1-4

Ohne Ostern gäbe es keine christliche Kirche! Die Geschichte hätte einen anderen Lauf genommen! Paulus ist davon überzeugt. Für ihn hängt alles an der Auferstehung. Ist Christus nicht auferstanden, so schleudert er den Kritikern entgegen, dann ist alle Predigt vergeblich. Er hält das Osterereignis für sicher überliefert, und es ist für ihn die Grundlage allen Glaubens. Diese starken Worte haben es heute schwer, gehört zu werden. Längst ist Ostern im öffentlichen Bewusstsein seines zentralen Inhaltes beraubt. Allenfalls wird das Empfinden des allgemeinen Werdens und Vergehens angesprochen – schließlich ist Frühling. Ansonsten dominieren Hasen und Eier. Kritiker der Überlieferung tun ein Übriges: sie „entlarven“ die Erscheinungen des Auferstandenen als subjektive Einbildungen. Wer wälzt diese vielen „Steine“ beiseite? Den Stein des Zweifels, den Stein der Destruktion, den Stein des Unglaubens?

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