Singen verboten!

500 Jahre evangelisches Gesangbuch: Sonderbriefmarke

Ja, das ist dem einen oder anderen Anhänger Martin Luthers passiert, damals vor 500 Jahren. Fröhlich sang er ein Lied des Reformators auf dem Marktplatz – und schon schnappte ihn die Polizei und steckte ihn ins Stadtgefängnis. Solche Szenen sind aus einigen Städten überliefert. Singen verboten! Warum? Die Lieder Martin Luthers waren vom Text her Verkündigung des Evangeliums, also Predigt. Predigen aber durften nur die Geistlichen. Gesungen wurde nur im Gottesdienst oder auf Wallfahrten – alles streng reglementiert und fast nur auf Latein. Da aber die meisten Christen gar kein Latein konnten und sie gar nicht verstanden, was sie da sangen, machten sich die Reformatoren darüber lustig: „Sie brüllen wie die Waldesel zu einem tauben Gott!“

Und sie brachten ihre geistlichen Lieder unter das Volk, zunächst gedruckt auf „Singen verboten!“ weiterlesen

Schaudepot der Marktkirche öffnet!

 

 

Kulturmarktplatz:

Die reformationszeitliche Marktkirchen-Bibliothek ist eingezogen

http://www.marktkirchenbibliothek-goslar.de

Es war der fünfte Umzug der Marktkirchen-Bibliothek. Am 5. November 2021 transportierten Mitglieder des Fördervereins und des Kirchenvorstandes die wertvollen Altbestände vorsichtig in den entstehenden Kulturmarktplatz (KUMA). Dort sind die Bände nun im Eingangsbereich in einem begehbaren Schaudepot untergebracht. Die weiteren Bestände werden im neuen Stadtarchiv in einem Büchermagazin gelagert, sobald der entsprechende Trakt bezugsfertig ist. Dort wird es auch einen Arbeitsraum für den mit der Bibliothek Beauftragten geben. Ein Depositalvertrag mit der Stadt Goslar regelt, dass die Bestände nun im „Besitz“ der Stadt sind, jedoch im „Eigentum“ der Kirchengemeinde bleiben. „Schaudepot der Marktkirche öffnet!“ weiterlesen

Abriss statt Kultur

Die Goslarsche Zeitung meldete am 8. Juni 2020: Die SPD will in Oker einen Konsul-Adam-Platz etablieren, um an den Goslarer Ehrenbürger zu erinnern.

 

Dazu mein Leserbrief (GZ 9. Juni 2020):

Einen Platz nach Konsul Adam benennen: sehr gute Idee, wenn man mal davon absieht, dass es in Ohlhof schon einen sehr versteckt liegenden Konsul-Adam-Weg gibt. Jedenfalls könnte sich Goslar damit eine weitere, hoffentlich wirksame dauerhafte Erinnerung an eine kulturelle Barbarei vor 40 Jahren schaffen.

Die im Artikel nur kurz gestreifte Versteigerung der Sammlung Adam bedeutete für die Stadt einen immensen kulturellen Aderlass. In einem GZ-Artikel nannte die damalige Lokalchefin Ursula Müller den Schatz ein „Millionending“. „Leider“, so die kulturaffine Journalistin, sei die Sammlung „bei der Stadt Goslar nie in ihrem vollen Umfang gewürdigt“ worden. Bis in die höchsten Spitzen habe der Rat gegenüber der Leihgabe Interessenlosigkeit gezeigt. Die Stadt entzog dem öffentlich zugänglichen Museum – ein Turm mit der Adresse Gemeindehof 1 – das Quartier durch Abriss, weil ein inzwischen bereits wieder niedergelegter Schulanbau her musste. Eine angemessene Alternative, so klagte damals die Eigentümerin Christa Holldorf, wurde seitens der Stadt nicht angeboten. Die Versteigerung der 6904 Stücke bei Tenner in Heidelberg dauerte vom Mai 1980 bis in den Herbst 1981. Käufer eilten bis aus Amerika herbei. Goslar ersteigerte schnell noch das Rumpoltsche Kochbuch von 1587, weil es „die Grundlage für das Goslarsche Panckett bildete“. Guten Appetit weiterhin!

Assoziationen zu weniger weit zurückliegenden und sogar aktuellen Parallelen dürften dem/der Kundigen nicht schwer fallen…

Eine kurze Geschichte der Goslarer Reformation

Ein Beitrag zum Reformationstag

Goslar zählt zu den traditionsreichsten Städten Norddeutschlands. Die monumentale Kaiserpfalz zeugt von der historischen Bedeutung. Goslar war Mitglied der Hanse und erhielt 1290 den Status einer „Freien Reichsstadt“. Die mittelalterliche Altstadt ist bis heute weitgehend erhalten. Sie zählt mit dem Bergwerk Rammelsberg und der Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe. „Eine kurze Geschichte der Goslarer Reformation“ weiterlesen

Goslarer „Dom“ soll auferstehen…

Samstag, 1. Juni 2019

Kirchliche Sorgen um den Domplatz

Auferstandener Dom beim Welterbetag 2007: Die Idee stammte von Thomas Moritz. Das Bild zeigt das gerade beendete „Memorial“ für den Goslarer Dom, aufgeführt von Jugendlichen der Stephani-Gemeinde unter Leitung von Imogen Liersch.                                                                                      Archivfoto: Moritz

 

Bitte nicht mit Bäumen und Büschen, sondern mit Steinen die Umrisse der früheren Bauten andeuten. Und eher eine Fläche für Fußgänger als eine Gartenanlage schaffen. Helmut Liersch und Günter Piegsa sprechen aus, was sie umtreibt. Mit großer Sorge haben sich der frühere Propst und der Vertreter der katholischen Kirche in der Pfalzquartier-Lenkungsgruppe jetzt zu den Planungen für den Domplatz zu Wort gemeldet.

„Goslarer „Dom“ soll auferstehen…“ weiterlesen