Die Unsicherheit ist groß. Hatte Goslar einen Dom – oder doch nicht? Dürfen die Stadtführerinnen und Stadtführer Gäste auf den Parkplatz hinter der Vorhalle führen und behaupten: „Hier stand der Goslarer Dom!“? Meist schwingen bei dem Wörtlein „Dom“ Anführungsstriche mit. Es klingt so, als ahne man, dass man eigentlich etwas Unkorrektes behauptet. Denn schließlich – so der geläufige Einwand – war Goslar ja keine Bischofsstadt. Und ein „Dom“, das ist doch bekanntlich eine Bischofskirche – oder?!
Unsicher wird man auch, wenn man die unterschiedlichen Buchtitel analysiert, die in den letzten Jahren über das Gebäude aus dem 11. Jahrhundert erschienen sind. Friedrich Balck bezeichnet den Bau als „Stiftskirche St. Simon und Judas (Goslarer Dom)“.[i] „Weltliches Kollegiatstift St. Simon und Judas“ heißt er bei Tillmann Lohse[ii], das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege titelt: „Das Reichsstift St. Simon und Judas in Goslar“.[iii] Ludwig Christian Bamberg nennt das Gotteshaus im Titel: „Goslarer Dom. Die Stiftskirche Kaiser Heinrichs III.“[iv] und der kürzlich erschienene Band von Günter Piegsa und mir bezeichnet es schlicht als „Der Goslarer Dom“.[v]












